Aventuria-Sammelboxen

Aventuria – Das Abenteuerkartenspiel“ – So nennt sich das Kartenspiel von Ulisses in der Welt von „Das Schwarze Auge“ , welches bereits in der dritten Auflage und zahlreichen Erweiterungen erschienen ist. Und selbst wenn man nicht alle Erweiterungen besitzt, kommen schnell über 1.000 Karten zusammen, die irgendwo vernünftig untergebracht werden wollen. Und genau darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Die Ausgangslage

Nachdem ich die Grundbox und einige der Erweiterungen für Aventuria gekauft habe, hat sich hier inzwischen ein Stapel von gut 1.500 Karten angehäuft – Schergen, Helden, Ausrüstung, Belohnungen, Abenteuer, Ereignisse, und, und, und… Das Problem dabei ist jedoch, wo und wie ich ich diese Karten unterbringen soll. Meine erste Idee war eine alte Rollenspielkiste, die schon seit einiger Zeit hier herumsteht. Diese lässt sich gut mit sog. Deck Boxen (kleine Schachteln aus Plastik oder Metall, in die zwischen 80 und 100 Karten rein passen). Allerdings sind die Deck Boxen im Zusammenspiel mit Aventuria nicht wirklich gut zu handhaben und letztlich war selbst diese Kiste mit Platz für 20 bis 25 Deck Boxen einfach zu klein. Dazu kam, dass die Anleitungen und Bodenpläne auf Grund ihrer Größe nicht mit in die Truhe gepasst haben/hätten.

An dieser Stelle noch der Einwurf, dass ich alle Karten gesleeved – also in Kartenhüllen gesteckt – habe. Ich verwende dafür die „Standard Size Premium Card Sleeves“ (66×91 mm für Kartengröße 63.5×88 mm) von DOCSMAGIC und bin mit denen sehr zufrieden. Dadurch benötigen die Karten aber auch nochmals deutlich mehr Platz.

Was ich neben der Truhe nun aber auch habe, ist ein ganzer Stapel an Aventuria-Kartons, namentlich die Schachtel der Grundbox, Das Steinerne Schiff, Bordbarads Fluch, Nedime und den Schwarzen Keiler. Was all diese Kartons neben ihrem Aventuria-Design noch haben, sind einheitliche Maße von 29,7 x 29,7 x 7,0 cm (Außenmaß). Dabei handelt es sich wohl tatsächlich um eine – zumindest in unseren Breitengraden – verbreitete Standardgröße für Brettspielkartons. Die Idee war nun, passende „Inserts“ für diese Boxen zu finden.

Meine bisherigen Erfahrungen

Bisher habe ich schon recht gut Erfahrungen mit den Insert von „The Broken Token“ gemacht. Sowohl für „Magic Knights„, als auch für die beiden von Ulisses auf Deutsch heraus gebrachten „Pathfinder Abenteuerkartenspiele“ („Das Erwachen der Runenherrscher“ und „Unter Piraten“) hatte ich die Inserts des amerikanischen Herstellers verwendet. Der Zusammenbau der gestaltete sich überraschend einfach und der Einsatz von Kleber war eher unterstützender Natur, denn die meisten Verbindungen der Holzteile hielten schon durch das bloße Zusammenstecken.

Quelle: The Broken Token, Insert für Pathfinder Abenteuerkartenspiel

Die Suche nach dem passenden Insert

Bei „Magic Knights“ und dem Pathfinder-Kartenspiel war der Vorteil, dass es direkt für diese Spiele passende Inserts gab. Für Aventuria gibt es soetwas leider (noch?) nicht. Daher muss die Lösung also etwas universeller sein. Folgende Produkte/Hersteller habe ich schließlich gefunden:

  • e-Raptor: Universal LCG card game Big Box
  • Folded Space: Living Card Games large box Insert
  • Laserox: Sleeved Card Crate
  • The Game Doctors / Feldherr: CABI

The Game Doctors – Auswahl, Lieferung und Zusammenbau

Entschieden habe ich mich schließlich für „The Game Doctors“ (TGD), basierend auf Verfügbarkeit, Preis und Rezensionen. TGD wurde 2015 in Berlin gegründet und 2020 von Feldherr (die für ihre Transport- und Aufbewahrungsboxen in der Tabletop-Szene bekannt sind) übernommen. Als Material wird 3mm dickes MDF (mitteldichte Faserplatte) verwendet, in welches die einzelnen Teile mit einem Laser ausgeschnitten werden.

Bestellt habe ich direkt im Online-Shop von Feldherr. Dort wird auch auf die Garantiezeit von 5 Jahren und den kostenlosen Versand ab 19 Euro (innerhalb Deutschlands) hingewiesen. Die Artikel waren bereits am übernächsten Tag sauber verpackt bei mir angekommen.

Bestellt habe ich folgendes:

  • 2x CABI Universeller Sorter für Sammelkartenspiele in Standard-Spielkartons 285 mm x 285 mm
  • CABI-STOK zwei kleine universelle Markerkästen für CABI
  • 12 Trennwände für Brettspiel Organizer
  • Brettspiel Organizer für Winter der Toten
  • Brettspiel Organizer für Terraforming Mars und den Erweiterungen Hellas und Elysium und Nächster Halt: Venus

Neben zwei CABIs habe ich als Ergänzung auch noch die CABI-STOK Kästen dazubestellt. Dort sollten die Tarot-Karten aus Borbarad und Nedime rein passen. Aber wieso habe ich neben dem CABI auch noch Inserts für normale Brettpiele bestellt, die ich gar nicht habe? Nun, beim CABI gibt es nur zwei kleine Boxen für Token, die für Aventuria nicht ausreichen. „Winter der Toten“ enthält dafür mehrere Kästen für Token und eine herausnehmbare Kartenbox, die ich für die Sortierung der Schergen nutzen möchte. Bei Terraforming Mars findet man noch mehr kleine niedliche Kästen und – was für mich am interessantesten war – vier Deck Boxen, passend für die Heldendecks von 4 Aventuria-Spielern.

The Game Doctors: Schlichte aber stabile Verpackung

Geliefert wurde die Bestellung gut verpackt. Im Karton befanden sich mehrere Pappschachteln mit den einzelnen Produkten. Darin befinden sich mehrere 33×33 cm große MDF-Platten mit den vorgeschnittenen Bauteilen. Die MDF-Platten stecken zum Schutz nochmal in einem großen Zip-Beutel. Dazu gibt es dann noch eine A4-Seite mit allgemeinen Hinweisen zum Zusammenbau, sowie eine überraschend kurze Aufbauanleitung.

Alle Teile lassen sich sehr gut ein einfach aus dem gelaserten Platten auslösen. Alle Kanten sind sauber und glatt geschnitten. Die unvermeidlichen Stege, mit denen die Teile bis zum Herauslösen in ihrer Position gehalten werden, treten minimal hervor. Unbedingt nötig ist es daher nicht, diese nach dem Herauslösen nachzubearbeiten, aber ich würde dennoch empfehlen, die Stege mit einem scharfen Messer kurz zu glätten.

3 MDF-Platten für einen CABI (Teile bereits herausgelöst)

Was – gerade im Vergleich zu den mir bekannten Inserts von The Broken Token – sofort auffällt: Hier hält nichts von alleine zusammen. Kleben ist also Pflicht! Dabei macht sich aber die gute Materialqualität bemerkbar, denn sämtliche Teile passen perfekt ineinander.
Die Verpackung kann man dabei übrigens auch super als Unterlage für’s Kleben verwenden.

Zum Kleben wird schnelltrocknender Holzleim empfohlen, was sicherlich keine schlechte Idee ist. Leider war meine Flasche wohl nicht mehr gut, denn nach einem beherzten Druck platzte das gute Stück auf und der Leim ergoss sich über meine Hand. Und das einzige, was unser netter Discounter von nebenan – der einzige Laden, der kurzfristig erreichbar war – zu bieten hatte, war eine Flasche mit lösungsmittelfreiem Universalkleber. Immerhin, der scheint auch funktioniert zu haben. Und im Gegensatz zum alten Holzleim ist er auch transparent, so dass nach dem Trocknen kaum Rückstände zu sehen sind. Auf alle Fälle sollte man aber darauf achten, dass sich der Leim möglichst fein dosieren und auftragen lässt und dabei keine Fäden zieht.

Trotz der recht knappen Anleitung – die eigentlich nur sagt „Nimm diese 8 Teile und kleb sie zusammen!“ – gestaltete sich der Zusammenbau relativ einfach. TGD verwendet ein sehr intuitives System auch Buchstaben und Zahlen, durch dass sofort klar wird, welches Teil wie an welches andere angebracht werden muss. Nach etwas Übung geht die Arbeit dann auch gut voran. Zu empfehlen wäre aus meiner Sicht aber auch noch eine Tüte Gummis, um den kleinen Kunstwerken während des Aushärtens eine zusätzliche Stabilität zu verleihen.

Letztlich hat der Zusammenbau aller Sets ungefähr einen halben Tag gedauert – zwischendurch zugegebener Maßen auch mal mit Flüchen, wenn Teile nicht so halten wollten, wie sie sollten und alles wieder auseinander fiel. Einmal tief Luft holen und zehn Minuten später entspannt nochmal neu probiert – und dann klappte es völlig problemlos.
Nach dem Verkleben habe ich dem Leim dann noch einen weiteren Tag zum Aushärten gegeben.

Alle Inserts in ihren Aventuria-Boxen
Verschiedene Kästen sind für’s Spielen auch entnehmbar

Die Aventuria-Sammelboxen

Alle vier Inserts passen problemlos in die Aventuria-Kartons. Die +/- 1 bis 2 mm in Breite, Länge oder Höhe machen da wirklich keinen Unterschied. Die beiden CABI Inserts habe ich zusätzlich noch mit dünnen Schaumstoffstreifen im Karton fixiert, so dass diese dort fest sitzen und nicht herumrutschen können.

Einen CABI habe ich verwendet, um alle Abenteuer fein säuberlich getrennt unter zu bringen. Im zweiten CABI befinden sich dann (fast) alle anderen Karten, sowie die Heldendecks. Und obwohl ich noch 12 zusätzliche Trennwände mitbestellt hatte, reichten diese dann nicht mehr aus, um auch alle Helden voneinander trennen zu können – so sind es immer Stapel mit 2 Helden geworden.
Im Insert von „Winter der Toten“ habe ich alle Schergen-Karten einsortiert, getrennt nach Spezies. Außerdem sind hier verschiedene Sortierkästen für die ganzen Token enthalten. Diese werde ich aber wohl weiterhin in Zip-Tüten (innerhalb der Boxen) aufbewahren und nur für’s Spielen in die Kästen einsortieren.
Mit dem vierten Insert – dem Terraforming Mars – tue ich mich dagegen noch etwas schwer. Die vier Boxen für die Heldendecks sind super und genau das, was ich mir erhofft hatte. Leider ist der Rest… naja, die einzelnen Kästchen, Halter und Ständer sind toll, aber ich habe im Moment noch keine wirkliche Verwendung dafür. Dadurch nehmen sie auch eine Menge ungenutzten Platz weg. Daher habe ich mich dazu entschlossen, hier erstmal neben den Heldendecks noch die beiden CABI-STOK Kästen und ein paar andere Dinge (Lebenspunktezähler, Würfel-Trays) unterzubringen. Die eigentlichen Kästen lagere ich jetzt, bis mir eine bessere Lösung dafür eingefallen ist.

Meine befüllten Aventuria-Sammelboxen

Den 5. Aventuria-Karton nutze ich für sämtliche Anleitungen und Spielpläne.

Somit habe ich nun alle Karten und diverses anderes Material für Aventurien ordentlich sortiert in stapelbaren Boxen untergebracht, die auch noch das richtige Artwork haben. Mal schauen, wie sich das dann in der Praxis schlagen wird.

Die Box links oben ist nicht ganz planmäßig gefüllt (siehe Text)

Ein Ausblick

Mit dem Mythen und Legenden Crowdfunding werden nochmal ein paar hundert neue Karten hinzukommen, so dass ich wohl spätestens dann wieder aufstocken muss. Da ich aber mal davon ausgehe, dass mindestens eine der neuen Boxen ebenfalls wieder dem Standardmaß folgen wird, sollte auch das kein Problem sein.

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