MapTool Framework

Was ist MapTool?

Nicht zuletzt durch die Ereignisse des vergangenen Jahres haben Online-Runden für den Pen&Paper-Rollenspiele an Popularität gewonnen. Bereits dafür gab es einen Platz dafür: Zeit und Beruf haben viele Spieler dazu gezwungen, nach alternativen Möglichkeiten zu den gewohnten Wochenendtreffen am Wohnzimmertisch zu suchen.
Und eine dieser Alternativen heißt: MapTool

MapTool ist ein „Virtual Tabletop“, also ein virtueller Spieltisch. Dabei ist das Programm nicht nur kostenlos (OpenSource), sondern auch für viele Plattformen (Windows, Mac, Linx) und in den verschiedensten Sprachen verfügbar. Dabei lässt sich MapTool durch Plugins (Frameworks) erweitern oder durch eigene Macros ergänzen.

StarWars Rollenspiel

Für meine Gruppe habe ich MapTool mit einigen Funktionen erweitert, die das Spielen des StarWars-Rollenspiels von Fantasy Flight Games (bzw. Ulisses) einfacher machen. So können alle Charaktere und NSCs mit ihren Charakterbögen hinterlegt werden und auch das Würfeln erfordert nur einen einfachen Klick. Damit entfällt auch das manchmal etwas umständliche aufzählen der Symbole.

H is for Heist

Bereits in meinem letzten Beitrag zum StarWars-Rollenspiel hatte ich über die Zufallstabellen von C. Steven Ross gesprochen. Die meisten davon habe ich inzwischen auf Deutsch übersetzt und in mein MapTool-Framework integriert. Somit lassen sich auf Knopfdruck verschiedene Aufträge, Herausforderungen, Wendungen und jede Menge anderer Dinge für die Charaktere und Spieler erzeugen.

CRGE und UNE

CRGE steht für „Conjectural Roleplaying GM Emulator“ und UNE für „The Universal NPC Emulator“. CRGE ist ein virtueller Spielleiter, den man jede beliebige Frage stellen kann, die man auch einen menschlichen SL stellen würde – so lange sich diese mit Ja oder Nein beantworten lassen.

° Stehen Wachen vor der Tür?
° Gibt es einen Hintereingang?
° Ist die Tür verschlossen?

CRGE beantwortet diese Fragen. Neben einem simplen Ja oder Nein kann CRGE dabei aber auch unerwartete Wendungen verursachen, abhängig davon, wie weit eine Szene bereits fortgeschritten ist.
Mit Hilfe des UNE kann man nicht nur einen neuen NSC mit eigenen Motivationen erschaffen, er verrät auch, was ein NSC will oder in welcher Stimmung er sich gerade befindet. Wird der uns helfen oder versuchen, uns zu hintergehen? Vielleicht hat er ja doch mehr für uns übrig, als er zugeben würde?
Letztlich sind CRGE und UNE natürlich auch wieder nur Zufallstabellen. Allerdings leiten sie ihre Antworten auch auf Basis verschiedener Ausgangsbedingungen ab, um „realistischer“ zu sein.

Markov-Ketten

Okay, jetzt wird es mathematisch! Nein, keine Sorge, ich reiße das Thema hier nur ganz grob an. Eine Markov-Kette ist ein mathematisches Verfahren, bei dem versucht wird, die Wahrscheinlichkeit für ein zukünftiges Ereignis auf Basis bekannter vergangener Ereignisse zu berechnen.

Aha! Und?

Im Framework wird dieses Verfahren verwendet, um aus einer Reihe bekannter Namen zufällige neue Namen zu generieren – zum Beispiel für NSCs.
Das besondere dabei ist, dass nicht einfach nur einfach ein Name aus der vorhandenen Liste gewählt wird. Vielmehr wird der Klang – die Aneinanderreihung der Buchstaben – analysiert und dann ähnlich klingende Name erzeugt. Und das natürlich auch für verschiedene Spezies.

Templates

Und schließlich habe ich noch eine Vielzahl vorgefertigter Beispielcharaktere aus den verschiedenen Büchern als Vorlagen hinterlegt – komplett mit allen Werten, Waffen, Ausrüstungen, Talenten und Beschreibungen. So lassen sich auf Knopfdruck neue NSCs ins Spiel einfügen.

Der virtuelle Spielleiter

Aber wozu die ganze Arbeit? Charakterbogen und automatisches Auswürfeln sind ja noch verständlich, aber der Rest?

Die Idee ist, einen virtuellen Spielleiter zu erschaffen – oder zumindest die Möglichkeit, einen Großteil der Arbeit eines Spielleiters vom Programm abnehmen zu lassen. Ganz ohne einen Menschen, der die Rolle des Spielleiters beim Pen&Paper-Rollenspiel übernimmt, geht es natürlich auch hier nicht. Aber die verschiedenen Teile des Frameworks erlauben es dem Spielleiter, mit einem eigenen Charakter am Spiel teilzunehmen. Außerdem muss er nicht mehr Stunden damit verbringen, ein Abenteuer oder gar eine Kampagne vorzubereiten, sondern kann sich – zusammen mit den Spielern – von den nächsten Ereignissen überraschen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und stimme zu, dass meine Angaben zur Kontaktaufnahme und für Rückfragen dauerhaft gespeichert werden.