Portrait Wizard

Charakter zeigen

Ein Problem, vor dem ich als Rollenspieler immer wieder stehe, ist das finden eines passenden Charakter-Bildes – also eines Bildes, dass zeigt, wie ich mir das Aussehen meines Charakters vorstelle.

Früher habe ich dafür Poser verwendet. Das, was damit möglich war (und ist) ist beeindruckend, hat aber auch eine Menge Zeit verschlungen. Zwei Wochen Arbeit für einen einzigen Charakter waren da keine Seltenheit. Und diese Zeit habe ich heute einfach nicht mehr.

Aber welche Alternativen gibt es?

Spiele mit Charakter-Editor

SIMS4 hat beispielsweise einen sehr schönen Charakter-Editor, mit dem sich relativ einfach und schnell die verschiedensten Charakter erschaffen und mit der eingebauten Screenshot-Funktion als Bilder speichern lassen. Diese Bilder dürfen jedoch nur verwendet werden, um sie auf Webseiten, die über SIMS4 berichten, hochgeladen zu werden. Selbst das veröffentlichen auf Community-Plattformen wie DeviantArt wurde (mir) von EA untersagt. Da stellt sich mir natürlich die Frage, wozu man überhaupt eine Screenshot- und Kamera-Funktion eingebaut hat?

SIMS4 ist nur ein Beispiel, es gibt noch eine ganze Reihe andere Spiele, die ebenfalls über tolle Charakter-Editoren verfügen. Leider habe ich aber noch keins gefunden, bei dem man die damit erstellten Bilder öffentlich zeigen dürfte (daher an dieser Stelle auch kein Beispiel).

3D Modelle

Eine andere interessante Möglichkeit bietet HeroForge. Dabei handelt es sich eigentlich um einen Charakter-Editor oder ein Spiel, sondern um eine Webseite zur Erstellung von Tabletop-Figuren, die man sich dann mit Hilfe eines 3D-Druckers selber ausdrucken oder auch zuschicken lassen kann.
Insbesondere bei der Gestaltung der Gesichter gibt es dabei natürlich zahlreiche Einschränkungen (ein paar Augen muss reichen), aber dafür ist es spielen einfach, stimmungsvolle Charaktere mit passender Kleidung und Ausrüstung zu gestalten. Das Schöne daran: HeroForge erlaubt das komplette Einfärben der Figur bis hin zu einzelnen Details.
Und auch hier gibt es wieder eine Screenshot-Funktion. Zusätzlich bietet HeroForge auch noch ein kostenpflichtiges Abo an, mit dem noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten freigeschaltet werden und beim dem explizit mit der Erstellung von Token und Portraits für Virtuelle Tabletops geworben wird.
Leider ist auch hier – trotz Bezahl-Abo – nur ein Privatgebrauch erlaubt. So wäre es beispielsweise nicht erlaubt, ein selbst geschriebenes Abenteuer mit passenden Token von HeroForge zu versehen und dann alles zusammen kostenlos zum Download anzubieten.

Eine 3D-Figur für meinen Chronisten für das Rollenspiel „Degenesis“.
Pose und Kleidung lässt sich anpassen – auch farblich – aber die Augen sind für alle Figuren gleich.

Spezielle Software

Zu Poser hatte ich ja bereits eingangs ein paar Dinge gesagt. Und neben diesem Programm gibt es auch noch eine ganze Reihe weiterer Produkte – kostenlos und kostenpflichtig – die hervorragend für die Aufgabe geeignet sind, die Vorstellungen über das Aussehen des eigenen Charakters ein Bild zu verleihen.
Leider sind all diese Programme nichts, was man mal eben im Vorbeigehen erlernt. Zwischen einen SIMS4-Charaktereditor und einem Poser oder Daz3D Studio liegen Welten. Da hilft es auch nicht, dass man mit den selbst erstellten Arbeiten dann machen kann, was man will – auch Verkaufen.

Ein Programm, dass hier zumindest ein wenig in die Presche springt, ist Portrait Wizard. Der Portrait Wizard befindet sich nach wie vor im Early Access (seit nunmehr über 3 Jahren) und ist für knapp 20 Euro bei Steam erhältlich. Das Programm wird von einer einzelnen Person programmiert und betreut und macht genau das, was der Name sage: Es erlaubt die Erschaffung von Charakter-Portraits.

Portrait Wizard

Dabei ist es sehr einfach zu bedienen, erlaubt umfangreiche Anpassungen der Charaktere, man kann eigenen Content hinzufügen und – was hervorzuheben ist – die mit dem Portrait Wizard erstellten Bilder in eigenen Projekten verwenden, auch kommerziell.

Aber natürlich gibt es auch Einschränkungen:

  • Der Grafikstil ist teilweise doch recht gewöhnungsbedürftig.
  • Es gibt nur eine Ansicht (ist halt auch kein 3D-Modell).
  • Man kann nur Portraits erstellen.
  • Die Auswahl lässt in einigen Bereichen noch zu Wünschen übrig (z.Bsp. vernünftige Bärte oder Haarfarben).
  • Das Hinzufügen von eigenem Content ist umständlich.
  • Laden und Speichern ist wenig intuitiv und funktioniert manchmal nicht so, wie es soll.
  • Die fertigen Bilder haben immer eine Auflösung von 830×957 Pixel – nicht mehr, nicht weniger.

Dennoch kann man man ohne großen Aufwand schon recht hübsche Bilder mit dem Portrait Wizard erzeugen und man darf ja auch nicht vergessen, dass das Programm immer noch im Early Access ist.

Beispiele

An dieser Stelle noch ein paar Beispiele für Bilder, die ich mit dem Portrait Wizard erstellt habe. Dass es sich dabei hauptsächlich um „normale“ Menschen handelt, liegt einfach daran, dass ich diese bisher für meine Projekte benötigt habe.
Das Programm selbst bietet mehrere Optionen, um auch Fantasy- oder SciFi-Charaktere zu erstellen.

Niki
Thomas
Jill
Bruder Ricardo
Charly
Andrew
Trish
Pater Silvio
Ein Vampir (für Vampire: Die Maskerade)
Ein alter Wikinger?
Es ist… grün! Ein Ork
Nein, ich will gar nicht wissen, wo der gute Mann grad her kommt…

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