Was ist Degenesis? – Teil 2: Primal Punk

Was ist Primal Punk?

Die Degenesis Rebirth Edition spielt auf einer postapokalyptischer Erde ab dem Jahr 2595 und bezeichnet sich selbst als „Primal Punk“. Aber was heißt das? Marko Djurdjevic, Chef von SixMoreVodka, beschreibt den Begriff wie folgt:

„Primal Punk ist ein definierender Genrebegriff, den wir benutzen um das Setting zu beschreiben. Urtümliche Wildheit, die Abkehr von zivilisatorischen Normen, primitive Instinkte, Waffen, Ziele in Kombination mit organisierten, kultischen Handlungen, Gruppierungen und der Umkehr von klassischen Hierarchien.“

Quelle: Würfelheld, 29.11.2014

Postapokalyptischer Hintergrund

Das Setting von Degenesis versetzt den Spieler in eine Welt nach der großen Apokalypse – allerdings mit einer Besonderheit. Denn das alles verändernde Ereignis, das fast zu vollständigen Auslöschung der Menschheit geführt hätte, ist über 500 Jahre her…

Bis zum Jahr 2073 hatte sich die Erde normal weiter entwickelt, mit all den kleinen und großen Katastrophen, die die Menschheit so zu Stande bringen konnte. Medizin und Technik hatten weitere Fortschritte gemacht, Cyberware war längst keine Science-Fiction mehr, Virtuelle Realität und KIs die ständigen Begleiter im weltumspannenden Internet. Die Kluft zwischen arm und reich war noch größer geworden, ebenso die Spannungen zwischen den Staaten und Kontinenten. Dass in Afrika eine neue Pandemie aufbrach und nur Europa angeblich ein Heilmittel besaß, machte die Situation nicht wirklich besser.

Und dann passierte es.

Es war das Jahr 2070, als die ersten Teleskope die auf die Erde zurasenden Asteroiden erkannten. Doch die Menschheit war von ihrer technischen Überlegenheit überzeugt und ein planetares Verteidigungssystem wurde gebaut.

2072 legte ein neuartiger Virus große Teile des Internets lahm. Ob dieser Virus auch dafür gesorgt hatte, dass ein Jahr später die planetare Verteidigung im Angesicht der drohenden Vernichtung der Menschheit ausgefallen war und nicht ein einziger Asteroid aufgehalten werden konnte? Die Antwort auf diese Frage und wer dafür verantwortlich war, wird wohl für immer ein Geheimnis der Geschichte bleiben.

Am 13. März 2073 war es soweit. Nordamerika versank im Ascheregen, Südamerika ging in riesigen Flutwellen unter. Australien verbrannte. Asien zerfiel zu Staub. Auch in Europa schlugen mehrere Astroiden ein, Europa zerbrach in zwei Hälften. Afrika hatte da noch das größte Glück. Ein Astroid flog über den Kontinent hinweg, ohne einzuschlagen.

Das Klima der Welt veränderte sich. Nordeuropa und Südafrika versanken im Schnee, der Meeresspiegel sank. Das Klima in Nord- und Zentralafrika dagegen wurde milder, Niederschläge verwandelten Wüsten in Regenwälder.

Irgendwann brach die Sonne wieder durch die Wolken, das Eis ging zurück, die Menschen in Europa erwachten aus ihrem Winterschlaf. Alte Strukturen waren zerbrochen, neue bildeten sich. Clans kämpften nun um die verbliebene Ressourcen und das bisschen Macht, dass sie noch für sich beanspruchen konnten. Neue Siedlungen entstanden auf den Ruinen der alten Städte und allmählich kämpfte sich das alte Wissen der Ahnen zurück in die Zivilisation. Aus den Siedlungen erhoben sich neue Städte, wuchsen an zu Metropolen.

500 Jahre sind seitdem vergangen.

2595. Die Welt ist eine andere geworden. Die Menschheit existiert immer noch, doch ihre Lebensweise hat sich verändert. Doch der Mensch ist nicht mehr die Krone der Schöpfung.

Denn die Asteroiden brachten außerirdisches Leben auf die Erde mit, für viele Jahrhunderte gefangen im Eis. Aber das Eis ist geschmolzen und setzte die eingeschlossenen Sporen – den Primer – frei. Dort, wo die Sporen auf Leben trafen, veränderten sie es. Dort, wo sie den Boden berührten, ließen sie Pilze wachsen. Dort, wo der Primer die Menschen infizierte, brachte er eine neue Spezies hervor – den Homo Degenesis.

Meine Meinung dazu

Das ist nur eine kurze und oberflächliche Zusammenfassung der Ereignisse, welche die Welt erschaffen haben, in der Degenesis Rebirth spielt. In den Büchern wird das alles natürlich viel ausführlicher und intensiver beschrieben.

Zuerst gibt es also eine Welt, die aus heutiger Sicht als Cyberpunk bezeichnet werden könnte. Cyberware, KIs, mächtige Konzerne, eine Pandemie – das allein wäre schon genug Stoff für ein eigenes Setting.
Aber dann führt Degenesis diese fortschrittliche Welt zu einem plötzlichen Ende und wirft uns ein paar Asteroiden auf den Kopf. Das führt zur fast zu globalen Zerstörung, aber eben auch nur fast. Denn der Mensch ist zäh und beißt sich durch. Mit all der Zerstörung und den Ruinen und den Kampf ums Überleben wäre das ein guter Platz für ein postapokalyptisches Setting.
Doch das reicht Degenesis nicht. Stattdessen wird der Beginn des Spiels nochmal ein fünf Jahrhunderte weiter in die Zukunft geschoben. Neue Kulturen sind entstanden, der Mensch hat ein neues Selbstverständnis entwickelt. Das, was für uns heute noch Zukunft ist, sind für die Charaktere in Degenesis längst vergessene Geschichten und Legenden aus der Zeit ihrer Ahnen.

Das ermöglicht es den Spielern ohne viel Wissen in die Welt von Degenesis einzutauchen, denn auch ihre Charaktere wissen nicht viel außer dem, was sie täglich tun. Der Stoff, aus dem Legenden sind, ist das, was ihnen ihr Nachbar erzählt oder sie vor einiger Zeit selbst gesehen oder erlebt haben. Ein interessantes Konzept.

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